News15. Juni 2026

AI Overviews & Copilot: So misst du deine echte AI-Search-Sichtbarkeit

Bisher war AI-Sichtbarkeit eine Schätzung. Google und Bing liefern jetzt echte Zahlen aus echten Suchanfragen. So misst du, ob du in AI Overviews, AI Mode und Copilot wirklich auftauchst – abseits von GEO-Tools.

Von Johannes Gensheimer · 10 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert am 8. September 2026

Update, 8. September 2026: Zwei Dinge haben sich seit der letzten Fassung geändert. Google hat den Opt-out-Schalter für seine AI-Features am 31. August weltweit freigeschaltet, dazu gibt es unten einen eigenen Abschnitt mit Einordnung. Und Bing hat den AI-Performance-Report im Juni um Intents, Topics, Citation Share und einen Zeitraumvergleich erweitert, der Bing-Abschnitt und die Vorgehensliste sind nachgezogen. Der Generative-AI-Report der Search Console selbst ist seit dem 11. August für alle da (Update vom 21. August).

Bis vor Kurzem war „AI-Sichtbarkeit" eine Metrik, die du raten musstest. Seit August 2026 gibt Google dir die echten Zahlen, in jeder Search-Console-Property.

Ich tracke AI-Sichtbarkeit für mehrere Kunden, also muss ich ehrlich sein: Jede Messung bisher war ein Proxy. Du definierst ein Set an Prompts, jagst sie gegen ChatGPT & Co. und prüfst, ob du erwähnt oder zitiert wirst. Das ist ehrlich nützlich – du siehst, wer für die Themen auftaucht, die dir wichtig sind. Aber es beantwortet eine andere Frage. Es sagt dir, wer für die Prompts sichtbar ist, die du ausgewählt hast – nicht, ob du tatsächlich für die Fragen sichtbar bist, die deine Kunden stellen.

Genau dieses fehlende Stück liefern Google und Bing jetzt.

Was Google jetzt liefert

Am 3. Juni 2026 hat Google in der Search Console einen eigenen Generative-AI-Performance-Report vorgestellt – mit getrennten Reports für Search und Discover. Am 11. August 2026 ist er für alle verifizierten Properties freigeschaltet worden, weltweit und über alle Sprachen.

Echte Impressionen aus echten Suchanfragen: wie oft deine Seite in AI Overviews und im AI Mode auftaucht, welche Seiten, in welchen Ländern, über die Zeit getrennt.

Generative-AI-Performance-Report in der Google Search Console mit Impressions-Verlauf
Der neue Generative-AI-Report in der Search Console – aktuell Impressionen, keine Klicks.

Zwei Dinge, bevor du die Search Console aufmachst:

  • Er ist da, und zwar für alle. Beim Start am 3. Juni lief der Report als Test mit einer kleinen Gruppe britischer Sites. Seit dem 11. August findet ihn jede verifizierte Property unter Leistung → Generative AI. Voraussetzung bleibt, dass deine Seite überhaupt AI-Impressionen bekommt und nicht aus Googles AI-Features ausgeschlossen ist.
  • Nur Impressionen, keine Klicks (vorerst). Kein CTR, kein Traffic – heute zeigt der Report reine Sichtbarkeit.

Segmentieren kannst du nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum (Pacific Time, die jüngsten Tageswerte können noch vorläufig sein). Die Historie beginnt am 18. Mai 2026, davor liefert Google nichts nach. Wer den Report jetzt zum ersten Mal öffnet, sieht also ein knappes Vierteljahr und keinen Tag mehr.

Nebenbei: Google hat im selben Zug einen Opt-out-Schalter angekündigt. Im Juni war er ein Test mit britischen Sites, seit dem 31. August steht er in jeder Property. Was er genau abschaltet und für wen er der richtige Hebel ist, steht weiter unten in einem eigenen Abschnitt.

Was der Report nicht zeigt

Das ist der Teil, der beim ersten Öffnen enttäuscht. Kenne ihn, bevor du im Team Erwartungen weckst:

  • Keine Klicks, keine CTR. Du siehst Sichtbarkeit, nicht was sie dir einbringt.
  • Keine Suchanfragen. Anders als im klassischen Leistungsbericht gibt es keine Query-Dimension. Du weißt, dass eine Seite in AI-Antworten auftaucht, aber nicht, auf welche Frage hin.
  • Keine Trennung zwischen AI Overviews und AI Mode. Beides landet zusammen mit den AI-Funktionen in Discover in einer einzigen Zahl. Ob deine Impressionen aus dem Overview über den blauen Links stammen oder aus einer Konversation im AI Mode, verrät dir der Report nicht.

Für die erste Frage („Sammelt meine Seite überhaupt AI-Sichtbarkeit?") reicht das. Für die zweite („Woran arbeite ich morgen?") reicht es nicht.

Der zweite Regler: raus aus den AI-Features

Seit dem 31. August 2026 hat jede Search-Console-Property neben dem Report einen zweiten Regler: den Search-generative-AI-Schalter unter Einstellungen → Search generative AI. Im Juni war das noch ein Test mit einer kleinen Gruppe britischer Sites, jetzt ist er weltweit live. Bevor du ihn anfasst, solltest du wissen, was er tut und was nicht:

  • Er schaltet drei Flächen ab: AI Overviews, AI Mode und die generativen Funktionen in Discover. Wer aussteigt, taucht dort weder als Quelle noch als Link auf und bekommt von dort auch keine Impressionen mehr. Der Generative-AI-Report bleibt dann leer.
  • Er lässt den Rest in Ruhe. Die klassische Suche und der Discover-Feed laufen unverändert weiter. Google sagt ausdrücklich, dass der Schalter kein Ranking- oder Inklusionssignal ist, du fällst in den blauen Links also nicht zurück.
  • Er ist kein Trainings-Opt-out. Ob Google mit deinen Inhalten Modelle trainiert, steuert weiterhin nur der Google-Extended-Eintrag in der robots.txt. Und ChatGPT, Perplexity und Co. interessiert der Schalter gar nicht.
  • Er greift pro Property und ist umkehrbar. Domain-, Subdomain- und URL-Präfix-Properties lassen sich einzeln setzen oder erben die Einstellung der übergeordneten Property. Nach dem Umlegen dauert es laut Google in der Regel ein paar Tage, bis Inhalte verschwinden. Zurücknehmen kannst du die Einstellung jederzeit.

Bleibt die Frage, ob du ihn ziehen solltest. Für die allermeisten B2B-Sites lautet die Antwort nein. Wer in AI Overviews zitiert wird, verliert nicht, sondern gewinnt gegenüber denen, die nicht zitiert werden: Seer Interactive hat über 3.100 Suchbegriffe von 42 Unternehmen ausgewertet und kommt auf 35 Prozent mehr organische Klicks und 91 Prozent mehr bezahlte Klicks für zitierte Marken im Vergleich zu nicht zitierten. AI Overviews drücken die Klickrate insgesamt, ja. Aber der Ausstieg holt dir diese Klicks nicht zurück, er sorgt nur dafür, dass in der Antwort jemand anderes steht.

Sinn ergibt der Schalter dort, wo die KI-Zusammenfassung den Besuch ersetzt und der Besuch das Geschäft ist: Paywall-Publisher, Datenbanken, Content, der sich über Abos oder Anzeigen pro Leser refinanziert. Wer Leads über Beratung, Software oder Dienstleistung generiert, will in der Antwort stehen. Das ist der Ort, an dem die Kaufrecherche inzwischen beginnt.

Bing liefert etwas, das Google bis heute nicht hat

Google hat aufgeholt, aber Bing Webmaster Tools hat seit dem 10. Februar 2026 einen Datenpunkt, der in der Search Console immer noch fehlt: AI Performance zeigt nicht nur, wie oft deine Seiten in Microsoft Copilot und Bings AI-Antworten zitiert werden, sondern auch, über welche Suchphrasen.

AI-Performance-Report in den Bing Webmaster Tools mit Citations und Grounding Queries
Bing Webmaster Tools zeigt Citations, durchschnittlich zitierte Seiten – und die Grounding Queries.

Das sind die Grounding Queries: die Suchphrasen, die die AI tatsächlich benutzt hat, um deinen Content zu finden und zu zitieren. Genau die Dimension, die Googles Report auslässt. Konkret bekommst du dort seit dem Start im Februar:

  • Total Citations – wie oft dein Content insgesamt als Quelle in AI-Antworten auftaucht
  • Average Cited Pages – wie viele einzelne Seiten pro Tag zitiert werden
  • Grounding Queries – die Phrasen, mit denen die AI deinen Content gezogen hat
  • Citation Activity pro URL – welche Seiten zitiert werden, mit Trend über die Zeit

Seit dem 16. Juni 2026 kommen vier Dimensionen dazu, alle noch als Preview und weltweit im Rollout:

  • Intents – die Grounding Queries nach Absicht gruppiert: Informational, Commercial, Navigational, Learn and Solve, Research, Creation, Local. Damit siehst du, ob die KI dich für Kaufrecherche zieht oder nur für Erklärfragen.
  • Topics – verwandte Grounding Queries zu Themenclustern zusammengefasst, sodass Solaranlage, Wirkungsgrad Solarmodul und Photovoltaik installieren im Cluster Solarenergie landen. Zeigt, wo die KI dich als Autorität einordnet und welche Themen fehlen. Bei Nischen bleiben die Labels laut Microsoft noch grob.
  • Citation Share – dein Anteil an allen Citations, die für eine Grounding Query über alle Sites hinweg ausgespielt wurden. Ein reiner Beobachtungswert: Wettbewerber-Domains, Traffic-Anteile oder Qualitäts-Scores stecken nicht drin.
  • Compare – ein früherer Zeitraum als Overlay über den aktuellen, mit frei wählbaren Datumsbereichen. Endlich lässt sich ein Content-Update sauber gegen die 30 Tage davor legen.

Ein Caveat: Die Daten sind ein Sample der gesamten Citation-Aktivität, keine vollständige Zählung. Trotzdem ist es das Erste, was näher an „echtem Nutzerverhalten" ist als alles davor. Unterschätzt für B2B – weil Käufer dort den ganzen Tag in Microsoft-Tools sitzen.

Und das ist nicht theoretisch: Bei einem Kunden haben wir die AI Performance laut Bing verzehnfacht – heute bekommt er ungefähr gleich viele Leads über Bing wie über Google. Im B2B ist Bing eben nach wie vor relevant.

So gehst du es an

Kein neues Tool, kein Setup-Marathon. Die Reihenfolge:

  1. Den Google-Report öffnen. Search Console → Leistung → Generative AI. Seit dem 11. August ist er in jeder verifizierten Property, die Daten reichen bis zum 18. Mai zurück. Erste Frage: Welche Seiten sammeln überhaupt AI-Impressionen, und decken die sich mit denen, auf die du gesetzt hast?
  2. Bing dazunehmen. Webmaster Tools öffnen → AI Performance. Dort liegt der Datenpunkt, den Google nicht hat: die Grounding Queries, also die echten Fragen, über die du zitiert wirst. Intents und Topics sortieren sie dir gleich vor: Kaufrecherche oder Erklärfrage, und welches Themencluster.
  3. Grounding Queries gegen deine Prompt-Liste halten. Hier wird es spannend: Vergleiche die Fragen, für die du tatsächlich zitiert wirst, mit den Prompts, die du dir für dein GEO-Tracking ausgedacht hast. Die Lücke dazwischen ist deine To-do-Liste.
  4. Die zitierten Seiten priorisieren. Welche URLs zieht die AI? Genau die ausbauen, sauber strukturieren, aktuell halten – das ist dein bestehender Hebel, mit Daten belegt statt geraten. Citation Share zeigt dir dabei, bei welchen Queries du nur eine Quelle unter vielen bist, und Compare, ob ein Update nach 30 Tagen etwas bewegt hat.

Warum das mehr ist als eine neue Spalte im Dashboard

Zum ersten Mal kannst du an deiner AI-Sichtbarkeit arbeiten und sie gegen echtes Nutzerverhalten verifizieren – nicht gegen ein selbst gewähltes Sample.

Prompt-basiertes Tracking bleibt sinnvoll: Es ist der einzige Weg, jetzt in ChatGPT, Claude & Co. reinzuschauen, für die es noch keine Search-Console-Entsprechung gibt. Aber ab jetzt hast du daneben einen Ground-Truth-Layer für Google und Microsoft. Proxy plus Realität, statt nur Proxy.

Warum eigenes Tracking trotzdem unverzichtbar bleibt

Versteh mich nicht falsch: Search Console und Bing sind ein Sprung nach vorn. Aber sie haben blinde Flecken, die für Growth entscheidend sind.

  • Sie zeigen nur Google und Microsoft. ChatGPT, Claude, Perplexity & Co. tauchen in keinem der beiden Reports auf – und genau dort entscheidet sich ein wachsender Teil der Kaufrecherche.
  • Sie zeigen, dass du zitiert wirst – nicht, wie. Wurdest du als Empfehlung genannt oder als abschreckendes Beispiel? In welchem Kontext, neben welchen Wettbewerbern, mit welchem Sentiment? Eine Impression sagt dazu nichts.
  • Sie zeigen keinen Wettbewerb. Du siehst deine eigenen Zahlen, aber nicht, wer dir die Citations wegnimmt und für welche Themen. Bings Citation Share sagt dir immerhin, welchen Anteil du an einer Query hältst, aber nicht, wer den Rest bekommt.

Genau deshalb haben wir bei Fento AI ein eigenes Tracking-Tool gebaut. Die existierenden Lösungen haben uns nicht gereicht, um Growth über AI-Sichtbarkeit wirklich zu hacken – sie messen Erwähnungen, aber sie schließen nicht den Kreis zu „was tun wir morgen anders". Wir tracken über alle relevanten AI-Engines hinweg, brechen es auf Sentiment, Kontext und Wettbewerber herunter und führen das mit den echten Zahlen aus Search Console und Bing zusammen. Proxy und Ground Truth, an einem Ort, übersetzt in konkrete Maßnahmen.

Bleibt die Frage, ob – und wann – etwas Vergleichbares für ChatGPT, Claude & Co. kommt.

Wenn du diese Ebene nicht selbst aufbauen willst: Ich übernehme Messung und Optimierung deiner AI-Sichtbarkeit komplett, für B2B-Teams in München, Berlin und Zürich.


Quellen: Google: Generative AI performance reports in Search Console · Google Search Console Hilfe · Search Engine Roundtable: Generative-AI-Report für alle ausgerollt · Bing: AI Performance in Bing Webmaster Tools · Bing: Intents, Topics, Citation Share und Compare · Google Search Console Hilfe: Search generative AI control · Search Engine Land: AI-Reports und Opt-out-Schalter weltweit ausgerollt · Seer Interactive: AIO Impact on Google CTR

Häufige Fragen

Impressionen aus AI Overviews, AI Mode und den AI-Funktionen in Discover – wie oft deine Seite dort auftaucht, segmentierbar nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum. Aktuell nur Impressionen, keine Klicks oder CTR.

Ja. Seit dem 11. August 2026 ist der Generative-AI-Report weltweit für alle verifizierten Properties ausgerollt, zu finden in der Search Console unter Leistung und dort Generative AI. Deine Property braucht weiterhin genug AI-Impressionen und darf nicht aus den AI-Features ausgeschlossen sein.

Bis zum 18. Mai 2026. Ältere Zeiträume liefert Google nicht nach, auch nicht für Properties, die den Report erst mit dem weltweiten Rollout im August bekommen haben.

Bing zeigt seit Februar 2026 Citations in Microsoft Copilot und Bing-AI inklusive der Grounding Queries – also der echten Suchphrasen, über die du zitiert wirst. Seit Juni 2026 kommen Intents, Topics, Citation Share und ein Zeitraumvergleich dazu. Die Daten sind ein Sample, kein vollständiger Zähler.

Seit dem 31. August 2026 kann jede Property unter Einstellungen den Ausschluss aus AI Overviews, AI Mode und den generativen Funktionen in Discover aktivieren. Die klassische Suche und der Discover-Feed bleiben unberührt, laut Google ist der Schalter kein Ranking-Signal. Er greift nach wenigen Tagen und lässt sich jederzeit zurücknehmen.

Nein. Beide zeigen nur Google und Microsoft – nicht ChatGPT, Claude oder Perplexity – und auch nicht, in welchem Kontext oder neben welchen Wettbewerbern du genannt wirst. Eigenes Tracking bleibt nötig, um über alle Engines hinweg zu messen.

Macht Sichtbarkeit zu eurem größten Lead-Kanal

Erzählt mir in zwei Sätzen, wo ihr steht. Ihr bekommt innerhalb eines Werktags eine ehrliche Einschätzung, wie viel qualifizierte Pipeline in eurer Sichtbarkeit steckt – kostenlos und unverbindlich.

Lieber per Mail? Schreibt mir direkt an johannes@fento.ai.